GUT ANGEKOMMEN


Da sitze ich nun im 2014, etwas erschöpft von der vielen Arbeit mit vielen, netten Gästen. Heute ist es etwas ruhiger, so habe ich Zeit, mir endlich bewusst zu werden, dass das neue Jahr begonnen hat. Noch nie war ich so froh über ein neues Jahr. Wie ein leeres, weisses Blatt, noch ist nichts darauf geschrieben.

Ich habe das Gefühl, dass ich noch nie ein so schlimmes Jahr wie das 2013 erlebt habe. Dabei hatte das Jahr so gut begonnen! Das Haus war voller Gäste und wir hatten die ersten 2 Monate recht viel gearbeitet. Dann kam der Einmarsch der Franzosen in Mali, gegen Ostern und mit einem Schlag waren die Touristen weg! Phobie? Angst? Ja, denn die verschiedenen Botschaften warnten vor Westafrika, was das Zeug hielt. Sogar Senegal wurde zur Zone rot für grosse Gefahr erklärt! Die Folge: Im ganzen Land kaum noch Touristen. Die Hotels leer!

Dabei blieb es dann auch bis im Sommer. Wir begannen wieder zu hoffen, da auch wieder Reservationen getätigt wurden. Leider hatten wird die Rechnung ohne den Wirt gemacht: die Senegalesische Regierung gab Anfang Juni bekannt, dass ab 1. Juli biometrische Visa verlangt würden, um in den Senegal einzureisen. Sofort kamen die Annullierungen. In den ersten 2 Wochen nach Bekanntgabe erlitt die Tourismusbranche bis zu 1‘000 Annullierungen. Die Hoffnung auf bessere Zeiten schmolz wie Schnee in der Sonne.

Die Regenzeit brachte über die Massen viel Wasser. Schlimme Überschwemmungen, vor allem in den Aussenquartieren. Wir hatten Glück, bei uns stieg das Wasser nur bei Regen und sickerte schnell wieder ab. Wie gut war es, dass ich die Türen des Hauses 30cm höher gesetzt hatte! Wir blieben absolut trocken. Doch mussten in gewissen Quartieren ganze Strassenzüge evakuiert werden. In den Schulhäusern einquartiert, fristeten diese Menschen ein mühsames Leben.

Dann im September die grosse Katastrophe: Kein Wasser in Dakar! Wochenlang! Auch hier wurden wir wieder vor allzu Schlimmem verschont, bei uns waren es „nur“ insgesamt ca. 3 Wochen, mit einem grösseren Unterbruch. Die Geschichte „Wasser, Wasser, Wasser“, schildert ein wenig, was uns wiederfahren ist. Nach etwa 5 Wochen endlich die gute Nachricht: die Zufuhrleitung ist wieder intakt. Das Wasser floss erneut wie wie vor der Explosion. Eine grosse Erleichterung! Kurz vor Weihnachten noch eine richtig gute Nachricht: Die Regierung hatte das Versprechen des Präsidenten ernst genommen und tatkräftig umgesetzt! Wir mussten nur die Hälfte der Wasserrechnung bezahlen, der Staat bezahlte für alle Betroffenen Bewohner die andere Hälfte! Ich muss gestehen, ich war sehr überrascht darüber. Dies hatten wir noch nie erlebt, dass auch Versprechen eingehalten wurden, die etwas kosten.

Ebenfalls im September erlebte ich meinen ersten Autounfall, seit ich im Senegal lebe. Das sind immerhin 12 Jahre! Ich war eindeutig nicht Schuld, doch nutzte mir das nicht viel, da das Auto vorne stark beschädigt wurde und nicht mehr fahren konnte. Lenkung kaputt und „Schnauze“ abgerissen oder zerbeult. Bis die Versicherung mir grünes Licht für die Reperatur gab, dauerte es 4 Wochen, danach nochmal 3 Wochen Reparaturarbeiten. Bis heute habe ich noch nicht mal eine Entscheidung der Vesicherung, ob und wieviel sie zahlen wollen. Aber das Auto fährt wieder, immerhin schon etwas!

Im letzten Viertel des Jahres kamen die Reservationen! Wir durften wieder arbeiten. Der August, Oktober und auch ein wenig der November liefen recht gut. Zum Schuss hat uns das 2013 dann noch mit 14 Tage vollem Haus für unser Durchhalten belohnt! Auch sonst löste sich einiges an Problemen noch vor dem Jahresende, so dass das neue, frische 2014 nun etwas unbeschwerter begonnen werden konnte. Was es uns allen wohl bringen mag? Da ich mich prinzipiell weigere, negativ zu denken, bin ich zuversichtlich, dass wir weiterhin überleben können, dass es vielleicht sogar wieder aufwärts gehen wird………

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